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Steuern / Umsatzsteuer 
Montag, 19.09.2022

Kosten für Kassenprüfer als Massekosten im Insolvenzverfahren - Vorsteuerabzug möglich

Der Bundesfinanzhof hat dazu Stellung genommen, wer Leistungsempfänger einer durch den Gläubigerausschuss in Auftrag gegebenen Kassenprüfung ist und wem der Vorsteuerabzug aus den Leistungen des Kassenprüfers bei Vorliegen einer ordnungsgemäßen Rechnung zusteht und ob der Kläger als Insolvenzverwalter Umsatzsteuern, die ihm für seine Tätigkeiten im Rahmen der vom Gläubigerausschuss in Auftrag gegebenen Kassenprüfungen in Rechnung gestellt worden sind, als Vorsteuern geltend machen kann (Az. V R 18/19).

Nach Auffassung des Bundesfinanzhofs sei von einer unmittelbaren Auftragserteilung durch die Insolvenzmasse jedenfalls dann auszugehen, wenn der Insolvenzverwalter in die Beauftragung eines Kassenprüfers eingebunden sei, indem er dem Gläubigerausschuss den Prüfer vorschlägt und dem Prüfer den Beschluss des Gläubigerausschusses über dessen Beauftragung übermittelt.

Wenn ein sachverständiger Dritter durch den Insolvenzverwalter mit der Prüfung beauftragt werde, seien die Kosten der Prüfung Masseverbindlichkeiten, da sie i. S. des § 55 Abs. 1 Nr. 1 InsO durch die Verwaltung der Masse verursacht werden. Das Finanzgericht habe hier zu Recht entschieden, dass sich der umsatzsteuerrechtliche Leistungsaustausch unmittelbar zwischen dem Kassenprüfer und der durch den Insolvenzverwalter vertretenen Insolvenzmasse vollzogen habe, sodass dieser der Vorsteuerabzug aus den Prüfungsleistungen zustehe.

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